Evil Twin Café — die Café-Szene im eigenen Labor
In Mr. Robot klaut ein gefälschter Hotspot die Session, während jemand harmlos einen Kaffee trinkt. Hier baust du denselben Mechanismus nach — gegen ein Handy und einen AP, die dir gehören. Alles andere ist kein Crossover, sondern Strafrecht.
Nur eigene SSIDs, eigene Clients, eigener Raum. Kein Café, kein Hotel, kein Nachbar.
Was die Show zeigt (und was sie weglässt)
Ein Evil Twin ist ein Access Point mit dem selben Netzwerknamen wie das Opfer-WLAN (oder einem vertrauenswürdig klingenden Namen). Clients, die sich automatisch verbinden, landen bei dir. Danach kommen Captive Portal, TLS-Warnungen, oder — in der Serie oft zu sauber — ein stilles Mitlesen.
Was die Kamera nicht zeigt:
- Moderne Handys merken sich BSSIDs und Zertifikate.
- HTTPS ohne Broken-Trust ist kein Klartext-Mitlesen mehr.
- Der spannende Teil für uns ist Erkennung, nicht der Film-Hack.
Labor
- Kali mit einem Adapter im AP-Modus (
hostapd+dnsmasq). - Ein zweites Gerät als „Gast“ (dein altes Handy).
- Optional: ein eigener legitimer Test-AP mit bekanntem Namen, den das Handy schon kennt.
# Prinzip — Interface und SSID sind bei dir anders
ssid=Labor-Cafe
interface=wlan0
driver=nl80211
hw_mode=g
channel=6
- Eigenen Test-AP mit eindeutiger SSID aufsetzen, Handy einmal verbinden.
- Test-AP aus. Evil Twin mit derselben SSID hochfahren.
- Beobachten: verbindet das Handy von allein? Welche Warnung kommt?
- Mit
tcpdumpauf dem Twin nur den eigenen Traffic ansehen. Kein Portal gegen Dritte.
Die eigentliche Lektion (fsociety würde die Serie hassen)
- Öffentliche WLANs: VPN oder gar nicht.
- Niemals das erste offene „Hotel-WLAN“ ohne Blick auf das Zertifikat.
- Für Betreiber: 802.1X (WPA2/WPA3-Enterprise) statt eines gemeinsamen PSK, den jeder mithört.
Nächster Schritt
Dokumentiere: Gerät, OS-Version, hat es sich blind verbunden — ja/nein. Das ist der Report, den ein Awareness-Briefing braucht. Nicht ein Screenshot eines fremden Logins.